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Nachberichte zu den Unicom - Events

Möglichkeiten für Tierärzte und Studenten im Ausland: Wenn ihr wollt, steht euch die Welt offen! - 25.4.2012

Eine abwechslungsreiche Veranstaltung mit vielfältigen Vorträgen zu den Möglichkeiten, die es für österreichische StudentInnen und TierärztInnen im Ausland gibt, hat die Bayer Tiergesundheit im Rahmen der UNICOM-Reihe am Mittwoch, 25. April 2012 den StudentInnen der Veterinärmedizinischen Universität Wien geboten. Mit der UNICOM-Vortragsreihe leistet Bayer seit dem Wintersemester 2010/11 einen wichtigen Beitrag zur Berufsorientierung angehender TierärztInnen.

 

Die Veranstaltung war mit über 60 TeilnehmerInnen gut besucht und die zahlreichen Fragen zeugten von regem Interesse an der Thematik.

 

Den Anfang machte Mag. Michalea Pirker vom Büro für internationale Beziehungen der Veterinärmedizinischen Universität Wien. Sie informierte ausführlich über finanzielle Fördermöglichkeiten für StudentInnen, die internationale Erfahrungen sammeln möchten. Im Wesentlichen gibt es hierfür zwei Möglichkeiten: Studienaufenthalte oder Praktika. Für Studienaufenthalte eignen sich besonders das fünfte und sechste Semester, so wie die klinischen Übungen im neunten Semester. Bei den Praktika eignen sich das vierwöchige Tierarztpraktikum, das zehnwöchige Praktikum im Vertiefungsfach sowie die acht Wochen fakultative Praktika.


Sowohl für die Studienaufenthalte als auch für die Praktika gibt es zwei Unterstützungsprogramme: ERASMUS im europäischen Raum und Joint Study Free Mover außerhalb Europas. Frau Pirker gab noch zu bedenken, dass man natürlich auch eventuelle Sprachbarrieren berücksichtigen müsse. Es gibt insgesamt sieben deutschsprachige Partneruniversitäten (München, Leipzig, Hannover, Berlin, Gießen, Zürich, Bern) und fünf englischsprachige (Utrecht – Niederlande, Wroclaw – Polen, Ljubljana – Slowenien, Brünn – Tschechien, Budapest – Ungarn). In allen übrigen Universitäten ist es wichtig, die Landessprache zu beherrschen.


Doch das Angebot des Büros für internationale Beziehungen bietet auch noch weitere Möglichkeiten. So gibt es Förderungen für wissenschaftliche Arbeiten im Ausland (Diplomarbeit und Dissertation), Summer Schools, Exkursionen zu Kongressen etc. Das Angebot ist also sehr vielfältig und die ZuhörerInnen stellten viele interessierte Fragen.


Einen etwas anderen Einblick lieferte Lukas Huber, ÖH-Referent für Internationales und Präsident der IVSA (International Veterinary Student Association) in Österreich. Diese betreut ausländische StudentInnen, die nach Wien kommen und hilft österreichischen StudentInnen, die einen Auslandsaufenthalt planen. Die IVSA ist in insgesamt 38 Ländern vertreten, wobei Österreichs stimmenmäßig das drittgrößte Land ist. Er präsentierte die Vielfalt der von IVSA organisierten Austauschprogramme, bei denen es nicht nur viel zu lernen, sondern vor allem auch viel zu erleben gibt. Und der Spaß kommt dabei nie zu kurz.  „Wenn ihr wollt, steht euch die Welt offen“, betonte Lukas Huber.


Etwas weniger einfach ist es, wenn man als österreichischer Tierarzt im Ausland arbeiten möchte. Dieser Abschluss ist nämlich nur in der Europäischen Union, Norwegen, der Schweiz, Französisch Polynesien, Hongkong, Singapur, dem Oman und den Vereinigten Arabischen Emiraten anerkannt. Möchte man in Kanada, Südafrika oder Australien internationale Erfahrungen sammeln, so empfiehlt es sich das letzte Studienjahr in England zu absolvieren. Damit hat man die Arbeitserlaubnis für diese Länder in der Tasche. In anderen Ländern erhält man die Erlaubnis nur, wenn man das jeweilige lokale Staatsexamen ablegt, was mit Lernaufwand und nicht unerheblichen Kosten verbunden ist.

 

Mag. Karin Wieser, Absolventin der VU Wien, war in ihrer Studienzeit aktives Mitglied der IVSA und kann es nur jedem empfehlen:  „Man kann auf preisgünstige Art und Weise Länder bereisen und kennenlernen, Kontakte für die spätere berufliche bzw. studentische Laufbahn knüpfen und man hat  unglaublich viel Spaß.“ Nach ihrem Abschluss wagte sie dann den nächsten Schritt und praktizierte  sieben Jahre lang in Wales. Begeistert berichtete sie von den dort gesammelten Erfahrungen. In der gemischten Praxis hatte sie es zwar überwiegend mit Schafen zu tun, aber auch Pferde, Hunde und hin und wieder ein Wildtier wurden von ihr betreut.


Den Abschluss der Veranstaltung bildete Dr. Florian-Cecil Herold von vets4vets mit einer mitreißenden Präsentation seiner Erlebnisse im Ausland. Im Rahmen der wohltätigen Aktion „Books for Africa“ reiste er mit einer Gruppe Gleichgesinnter im Geländewagen von Südafrika bis Uganda, um den Universitäten in Simbabwe, Sambia, Tansania, Uganda und Kenia von diesen dringend benötigte Lehrbücher zu bringen. Außerdem absolvierte  er ein Praktikum in Brasilien. „Ich kann jedem von euch so einen Auslandsaufenthalt nur empfehlen. Man hat viel Spaß und lernt unheimlich viel, vor allem, wie man unter Bedingungen arbeiten kann, die nicht perfekt sind. Man lernt zu improvisieren.“


Weiter geht es bei UNICOM am 23. Mai 2012 mit einem Vortrag zum Thema „Tierarzt in der Pharmaindustrie“. Die Veranstaltung beginnt um 20 Uhr c.t. und findet wie üblich im Hörsaal M der Veterinärmedizinischen Universität Wien statt.

 

Ein ganz besonderes Highlight bietet UNICOM im Juni. Am 13.6. und 20.6. gibt es eine Führung im Tiergarten Schönbrunn mit dem Zootierarzt Dr. Balfanz. Aufgrund des regen Interesses sind beide Veranstaltungen bereits ausgebucht. Wer möchte, kann sich aber gerne auf die Warteliste setzen lassen.



Aus dem Leben eines Zootierarztes: Von schlafenden Löwen und Affen, die mit Betäubungspfeilen schießen - 11.4.2011

Dr. Wolfgang Zenker ist Fachtierarzt für Wild- und Zootiere. Der Österreicher, der jetzt in der Schweiz lebt, gab den StudentInnen der Veterinärmedizinischen Universität Wien am Montag, 11. April 2011, einen Einblick in seine tägliche Arbeit mit Tieren, mit denen sonst nur wenige in Berührung kommen. Die Veranstaltung der UNICOM-Vortragsreihe der Bayer Tiergesundheit war mit über 50 TeilnehmerInnen gut besucht und dauerte aufgrund des enormen Interesses fast doppelt so lange wie ursprünglich geplant.

Mit der provokativen Frage „Was macht man als Tierarzt?“ eröffnete Dr. Wolfgang Zenker seinen Vortrag, und beantwortete die Frage sogleich selbst: „Man quält den ganzen Tag Tiere. Das ist mir erst mit den Jahren so bewusst geworden.“
Eine Aussage, die nicht nur angehende VeterinärmedizinerInnen, sondern auch jede/r HaustierbesitzerIn nachvollziehen kann. Denn welcher Vierbeiner oder sonstige tierische Liebling ist schon begeistert davon, sich festhalten, sich an diversen empfindlichen Stellen anfassen oder gar eine Spritze geben zu lassen? Wer kann, wehrt sich – verständlich.
In Dr. Wolfgang Zenkers Fall wäre dies allerdings oft fatal, denn seine vierbeinigen Patienten fahren durchaus mit schärferen Waffen auf als ein kleiner Schoßhund oder eine Hauskatze.


Ein besonderes Erlebnis: der Kater, der sein Revier durch einen Zirkuslöwen bedroht sah


Ob einen Luchs mit Beinverletzung, eine Giraffe mit Kolik, eine Antilope, die davon läuft oder ein Affe, der die Betäubungspfeile blitzschnell aus seinem Körper entfernt und zurückschießt – Wolfgang Zenker hat in seiner über 20-jährigen Berufspraxis schon viel erlebt. Eine besondere Anekdote ist aber jene über einen für den Transport betäubten Zirkuslöwen, der kurz vor dem Zoo Hellbrunn in Salzburg vorzeitig erwachte, vom Anhänger sprang und in eine Wiese mit hohem Gras lief. Fast im selben Moment kam ein Radfahrer des Weges. Mit ziemlich gemischten Gefühlen beobachteten Zenker und seine Kollegen, wie der Radfahrer – in einem Tempo, in dem jede Warnung im Fahrtwind verklungen wäre – an der Wiese vorbei strampelte. Und dies, zum Glück, vom Löwen unbemerkt. Sogleich machten sich die Männer auf den Weg in die Wiese. Nach einiger Suche im hohen Gras fanden sie den Löwen schlafend vor. Er hatte inzwischen Gesellschaft bekommen: von einem kleinen Kater, der sich sichtlich in seinem Revier gestört fühlte und daher um den Löwen herum pinkelnd seine Grenzen markierte….
Amüsante Geschichten wie diese erlebt Zenker, der bereits auf der Kanalinsel Jersey und im Tierpark Schönbrunn arbeitete, zwar nicht täglich, doch über Langeweile kann er nicht klagen. In seiner Praxis in Neuwiesen in der Schweiz behandelt er nicht nur ausgefallene Vögel, Reptilien oder andere Exoten, sondern wird auch weiterhin heran gezogen, wenn es um die Behandlung von Zoo- und Wildtieren in ganz Europa geht. Die Tätigkeit als Zootierarzt verteile sich auf mehrere Gebiete, so der erfahrene Tierarzt: auf den kurativen Bereich, Prophylaxe und Pathologie, Reproduktionskontrolle, Zootiertransporte, Forschung und natürlich auch Administration.


Behandlung bei Zootieren muss gut überlegt werden


Wenn es um die Behandlung gehe, stehe am Anfang jedes Mal die grundsätzliche Entscheidung: „Tue ich etwas, oder tue ich nichts?“ – Eine nicht ganz einfache Entscheidung in Anbetracht dessen, dass fast jede Untersuchung eines Zootieres eine Narkose (mittels Narkosegewehr) voraussetzt. Das beste Diagnostikum sei daher in erster Linie das Fernglas. Bei eingehender Betrachtung aus sicherer Entfernung fasst ein Zootierarzt nicht selten den Beschluss, erst einmal nichts zu tun. „Es ist erstaunlich, was alles von selbst verheilt, wenn man etwas Geduld hat“, erklärte Zenker den StudentInnen und setzte mit Augenzwinkern hinzu: „In der Heimtierpraxis wollen Tierbesitzer, dass man als Tierarzt sofort etwas unternimmt; im Zoo kann man abwarten. Ich neige eher zum Abwarten – das ist, weshalb ich kein reicher Mann bin!“
Ob reich oder nicht, das Interesse an Wolfgang Zenker und seinen Ausführungen war enorm. Selbst nach eineinhalb Stunden stellten die Anwesenden noch interessiert Fragen.

Am 11. Mai geht es bei UNICOM weiter mit Mag. Gerda Müller, Leiterin der Abteilung für Personalmanagement an der Universität für Musik und darstellende Kunst in Wien. Sie erläutert diverse Formen von Arbeitsverträgen und Beschäftigungsverhältnissen, geht auf Rechte und Pflichten des Arbeitnehmers ein und gibt Tipps für ein erfolgreiches Bewerbungsgespräch. Die Veranstaltung beginnt um 20 Uhr c.t. und findet im Hörsaal M der Veterinärmedizinischen Universität Wien statt.


Kleintierärztin aus Wien begeisterte StudentInnen mit Bayer UNICOM Vortrag - 16.3.2011

Einen erfrischenden Vortrag über den beruflichen Alltag in der Kleintierpraxis hat die Bayer Tiergesundheit im Rahmen der UNICOM-Reihe am Mittwoch, 16. März 2011 den StudentInnen der Veterinärmedizinischen Universität Wien geboten. Referentin Henriette Jelinek schilderte in anschaulicher Weise ihren ersten Arbeitstag als Tierärztin und berichtete lebhaft über Fälle aus ihrem mittlerweile über 25 Jahre währenden Berufsleben, die ihr besonders in Erinnerung geblieben sind. Mit der UNICOM-Vortragsreihe leistet die Bayer Tiergesundheit in Österreich seit dem Wintersemester 2010/11 einen wichtigen Beitrag zur Berufsorientierung angehender TierärtzInnen.

 

Rund 30 TeilnehmerInnen hatten sich im Hörsaal M der VetMed Uni Wien am Mittwochabend eingefunden, als Henriette Jelinek mit ihrem Vortrag begann. Es sei ihr allererster Vortrag in über 25 Berufsjahren, offenbarte sie gleich nach der offiziellen Begrüßung.

Ihre Berufspraxis als selbstverantwortlich behandelnde Tierärztin startete Henriette Jelinek in einer Gemeinschaftspraxis nach dreiwöchiger Einschulung. Ihre erfahrene Kollegin, hochschwanger, bekam plötzlich die Wehen und musste auf schnellstem Weg ins Krankenhaus. Zurück blieb Henriette Jelinek mit einem Warteraum voller Patienten und deren Besitzer.

 

Der erste Patient ließ sie zittern

 

Ihr erster Fall: ein Schäferhund, der geimpft werden sollte. Die erste Frage der Besitzerin mit Blick auf die junge, innerlich vor Anspannung zitternde Henriette Jelinek: „Wo ist denn die Frau Doktor?“ – Trotz dieses „ermutigenden“ Einstiegs habe sie den Hund erfolgreich geimpft, erklärte die inzwischen routinierte Tierärztin. Innerlich jedoch sei sie vor Nervosität und Angst, etwas falsch zu machen, fast geplatzt. „Glaubt bitte niemanden, der euch weiß machen will, dass er von Anfang an alles gut konnte und keine Angst hatte!“, sagte sie den StudentInnen. „Das gibt`s nicht! – Ich bin überzeugt, euch wird es später mal ähnlich gehen, aber keine Sorge: es spielt sich alles ein!“

In lebendiger und vor allem mit schonungsloser Ehrlichkeit beschrieb sie ihre erste Operation bei einem Kater, der angeblich unter schlimmer Verstopfung litt, und dem vermeintlichen Ausfall des Röntgenapparats. Trotz aller Aufregung verlief die OP letztendlich erfolgreich; der Kater lebte danach noch viele Jahre bei bester Gesundheit.

 

Lasst euch eure Leistung zahlen!“

 

„Würme im After“, die sich als Fäden entpuppten, „Zahnstocher im Bauch“, die eine Länge von 15(!) cm hatten, Steine fressende Hunde, Beinamputationen bei Hunden und Katzen sowie ein Perserkater, der aus einem Busch herausgeschnitten wurde und von ihr verarztet werden musste, waren weitere Beispiele aus ihrer Berufslaufbahn.

Dass auch Wochenendeinsätze dazu gehörten, verschwieg sie den StudentInnen nicht – und schloss ihre Ausführungen mit einem Appell: „Lasst euch eure Arbeit bezahlen. Ihr müsst auch euer Leben finanzieren – schon alleine die Berufsversicherungen sind teuer genug!“ Und: „Kein Handwerker kommt am Wochenende für dringende Reparaturarbeiten vorbei und verlangt dann nur einen Dumpingpreis!Das solltet ihr euch immer vor Augen halten.“

 

Weiter geht es im Sommersemester 2011 mit Dr. Wolfgang Zenker (Termin: 11.4.), der auf Reptilien und andere Exoten spezialisiert ist sowie mit Personalmanagerin Gerda Müller (Termin: 11.5.), die einen Überblick über arbeitsrechtliche Aspekte gibt.

 

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